Cluj

Cluj-Napoca ist das Verwaltungszentrum der Kreises Cluj, geografisch gelegen in Siebenbürgen. Es hat über 300 000 Einwohner und ist die viertgrößte Stadt Rumäniens. Die Umgebung ist bergig und sehr waldreich. Seinen Ursprung hat Napoca in einem römischen Heerlager. Daraus entstand bald eine römische Kolonie, die zum Sitz des Prokurators aufstieg. Die Stadt selbst wurde von deutschen Siedlern im 13. Jahrhundert erbaut und erhielt wohl deshalb den Namen Klausenburg. Im 18. und 19. Jahrhunderts avancierte es zur großfürstlichen Hauptstadt von Siebenbürgen als Bestandteil Österreich-Ungarns. Nach dem 1. Weltkrieg wurde Siebenbürgen an Rumänien angegliedert. Auch heute noch ist Klausenburg das gesellschaftliche und kulturelle Zentrum der ungarischen Minorität in Rumänien und stellt eine der wichtigsten wirtschaftlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Hochburgen Rumäniens dar. Der multiethnische Charakter prägt die Stadt seit dem Mittelalter. Kunst und Handwerk waren im Mittelalter hoch entwickelt. Das Reiterstandbild des Heiligen Georgs auf dem Prager Hradschin wurde von den Gebrüdern von Klausenburg geschaffen. Diese Fähigkeiten spiegeln sich auch noch heute im Stadtbild von Cluj wider. Sehenswürdigkeiten finden sich vor allem in der Innenstadt und das Stadtbild wird von den verschiedensten architektonischen Stilrichtungen geprägt. Eine Vertreterin der Gotik ist die Michaelskirche. Sehr schöne Renaissancebauten und barocke Paläste des Adels finden wir in Cluj ebenso wie Bauten des Klassizismus und des Jugendstils. Obwohl in kommunistischer Zeit erbaut, ist der Telephone-Palast architektonisch durchaus reizvoll. Ein beliebtes Ausflugsziel unweit der Stadt ist die Thorenburger Schlucht (Cheile Turzii). Ein Bach hat sich hier in ein Kalksteinmassiv eingegraben und eine 300 m tiefe Schlucht mit vielen Höhlen erschaffen. Wirtschaftlich erlebt Cluj gegenwärtig einen Aufschwung durch die Ansiedlung neuer Technologien, unter Anderen hat die Firma Nokia hier einen Standort gegründet.